Ballett/Vorballett/Kreativer Kindertanz

Warum soll mein Kind den Ballettunterricht besuchen? Diese Frage stellen sich heute immer mehr Eltern. Ein wichtiger Grund ist sicherlich die Haltungsschwäche vieler Kinder. Sie sind das Ergebnis einer Bewegungsarmut unserer Lebensweise und automatisierten Welt. Eine vorzeitige Versteifung der Brustwirbelsäule und eine dadurch resultierende Überbelastung der Lendenwirbelsäule ist die Folge. Das frühe Auftreten von Bandscheibenschäden ist somit unausweichlich. Das bedeutet eine vorzeitige Behinderung des Erwachsenen mit dauernden Schmerzen und Folgeschäden. Der Turnunterricht oder Schulsport im allgemeinen kann die nicht korrigieren.
Die Regeln des Balletts stimmen mit den heutigen Ansichten - auch mit denjenigen der Sportmedizin - über Bau und Funktion des Körpers überein. Ein fachlich gut geführter Ballettunterricht ist hervorragend geeignet ein starkes Muskelkorsett zu erarbeiten. Die Haltung im klassischen Tanz verlangt ein Aufrichten des Beckens und einen absolut geraden Rücken. Damit wird das schädliche Hohlkreuz vermieden. Diese medizinischen Aspekte sind für das Kind natürlich uninteressant. Durch Tanzfilme oder Besuche eines Ballettabends ist es beeindruckt, hell begeistert und möchte nichts als tanzen. Mit Recht hofft es eine Welt zu entdecken, denn der Tanz ist so alt wie die Geschichte der Menschheit.
Schon der französische Dichter Paul Valéry sagt: «Meiner Ansicht nach beschränkt sich der Tanz nicht auf körperliche Bewegung, Zerstreuung oder ornamentale Kunst und manchmal auf ein Gesellschaftsspiel; er ist eine ernste Angelegenheit und in verschiedener Hinsicht verehrungswürdig. Von allen Epochen, die den menschlichen Körper begriffen oder wenigstens das Geheimnis dieser Gestaltung, die in ihre enthaltenen Mittel, Begrenzungen, Energieverbindungen erfühlt haben, wurde der Tanz gepflegt und verehrt. Die Möglichkeiten des Ausdrucks im klassischen Ballett sind unbeschränkt. Man kann aus gesundheitlichen Gründen oder auch aus blosser Bewegungsfreude tanzen.